Your Joyce

Die Vorfreude bis zum Halse pochend stolpert sie hinein, klebriger Boden unter ihren Absätzen, wird von einer Wolke aus verschüttetem Alkohol, Körperausdünstungen und zu viel Parfum überrollt. Die junge Frau hinter der Garderobe starrt grimmig an jedem neuen Gast vorbei, Papierreißen, Enthüllung in Massenabfertigung. Vom Strom wird sie in Richtung Zentrum des Geschehens mitgezogen, mitgeschoben, unbekannte Hälse, Haare, Hüften neben ihren, um ihren, mindestens die Hälfte davon mehr zugedröhnt als für irgendetwas gut.

Dröhnend auch die Geräuschkulisse, manche nennen es Musik. Schau den Tieren beim Tanzen zu. Wie sie sich aneinander reiben im Vorbeigehen oder Dableiben, eingelullt in das eigene Ego und noch mehr das der anderen, weil nur das Ego auf dem Servierteller, das möglichst vielen potentiell interessanten Interessierten gleich ins Gesicht springt, ein gutes Ego ist. Klebrige Hände, die keinen Halt vor deinen verschwitzen Körperteilen machen. Blicke, die dich mitten auf der Tanzfläche ausziehen. Angespannte Kiefermuskulatur, aufgelöste Stimmungen, willentlich zu lasziven Schlitzen halb geschlossene Augenlider. Hitze und Bewegung haben ihre Spuren in den aufgemalten Gesichtern hinterlassen, doch das macht nichts, weil noch die zur Grimasse verschmierte Maske zeigt, dass sie es wirklich so richtig will. Sein Wollen ist subtiler und aggressiver zugleich, Sakko, Haargel und dreckige Sprüche. Ein falscher Blick, das Zögern einer halben gedankenverlorenen Sekunde provoziert ihn zu Ausschlag oder Einschlag. Arme, die von hinten nehmen, was zu kriegen ist. Eine absurde Kreuzung zwischen Streichelzoo und Marktwirtschaft.

Wimpern flattern im Bass,
Geldscheine lernen zu fliegen.
Ihr Vergnügen zerfällt zwischen High Heels und Glasscherben als sich ein Exemplar, dessen Aftershave vom Geruch von Erbrochenem übertrumpft wird, an ihrer Handtasche festhalten möchte. Glasige Augen kommen immer näher, saurer Mundgeruch an ihrem Ohr. Möge er daran ersticken. Ekel wie Zuckerguss auf ihrer Haut, sie kann hier nicht tanzen, nicht sein, muss hier weg.

[Danke an M. für den Schreibimpuls]

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