Jahres-Zeit

Noch gestern waren wir bis spät im Freien gesessen, Musik im Herzen und Wein in der Hand. Noch gestern suchten wir Erfrischung und dann bis spät Gemütlichkeit.

Schon heute grüßt uns Morgentau, süße Heizungsluft, warmer Rauchfangrauch. Der Atem hinterlässt eine Wolke aus Kaffeeduft und weißem Dunst.

So weit unsere Fantasie gestern auch schweifte, so nahe stößt sie heute an wattedicke Nebelwände. Schon bald hat Nieselregen, und später Schneegestöber die dichte Schwüle ersetzt.

Fast schon wird uns die Dunkelheit zu viel, wo wir uns gerade eben kaum noch von den vielen Sonnenstunden erholen konnten. Zimt liegt in der Luft, und Streusalz, wo gestern Wassereis und Sonnencreme sich mischten.

Tage und Wochen ziehen dahin, und wir mit ihnen. Aus den Augenwinkeln können wir schon das neue Jahr erahnen, den Hinterkopf noch voll vom alten, und in Gedanken weit voraus.

Noch gestern waren wir Sommerkinder, schon morgen sind wir’s wieder.

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