Kein Liebesgedicht

Ich habe das starke Bedürfnis, unsere gemeinsame Zeit bedeutungsvoll zu füllen. Ich will mich dir nahe fühlen, und dass du dich mir nahe fühlst, will über dich lernen, indem du mir Dinge über dich erzählst, Erlebnisse, Gefühle, Erkenntnisse, oder wir kontroverse Themen diskutieren. Ich möchte Neues über dich erfahren, Altes neu erschließen und Zukünftiges erträumen. Der Moment an sich zählt – jeder Moment – und es ist unsere Pflicht, ihn zählen zu lassen.

Ich möchte jede Minute mit dir zu etwas machen, woran wir uns noch lange erinnern werden. Die Stunden und Tage mit dir sollen der Stoff werden, der in Zukunft unsere Nostalgie entfacht und zugleich jede Nostalgie überflüssig macht. Ich will die Zeit nutzen, die wir haben, denn wir sind schon soundso alt und wir werden nicht jünger und auch die Zeit vergeht jetzt nur noch immer schneller.

Ich wünsche mir, alle Augeblicke mit dir voll zu erleben, besonders die letzten und fast letzten, bevor wir auseinander gehen. Ich weiß, dass unsere Zeit letztlich nicht zu Ende ist, und dass wir uns wiedersehen, wiederhören, wiederlesen werden. Und doch, wenn sich die Stunde neigt, der Abschied drängt, scheint alle Welt so fern, und alles was wir sagen so bedeutungslos.

Ich habe das starke Bedürfnis, unsere gemeinsame Zeit bedeutungsvoll zu füllen. Oder vielleicht ist es nur die Stille…

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